Stadtradeln 2020

Spät, corona- und wettergeschwächt

Das Stadtradeln 2020 sollte ursprünglich ganz früh im Jahr stattfinden, passend zum Volksfest. Doch daraus wurde nichts. Coronabedingt wurde es zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben und dann für die Zeit vom 13.09. bis 3.10.2020 reaktiviert.

D ie Sportfreunde haben sich 2020 zwar am allgemeinen Kilometer sammeln beteiligt, wegen Corona aber nicht an der Auftaktveranstaltung. Das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen: Wieder ein zweiter Platz in der Kategorie „Team mit den meisten Radkilometern“. Dieses Jahr allerdings hinter den Körberlradlern vom FC. Denn das Gymnasium Puchheim mit seiner Masse an Schülern hat sich 2020 nicht beteiligt. Daher konnte auch Puchheim den letztjährigen ersten Platz in der Kategorie „Fahrradaktivste Kommune mit den meisten Radkilometern pro Einwohner“ nicht verteidigen.

Maßgeblich für den großen Unterschied zu den Körberlradlern war das schlechte Wetter am Dienstag der zweiten Woche. Da musste das Radeln ausfallen.

Waren es im letzten Jahr drei Puchheimer STADTRADELN-Stars, die insgesamt 21 Tage komplett autofrei mobil waren, so hatte Puchheim in diesem Jahr neben allen drei Bürgermeistern mit Sportfreundin Franziska Hingst noch einen vierten, erfolgreichen Puchheimer STADTRADELN-Star.

Noch zwei Hinweise zum Radeln in Puchheim und Umgebung:

RADar!

Wie in jedem Jahr konnten die Puchheimer STADTRADLER*innen der Stadtverwaltung auch über die Meldeplattform RADar! mitteilen, was ihnen im Bereich Radverkehr gefällt und was sie für verbesserungswürdig halten. Auch nach Ende des STADTRADELN-Zeitraums bleibt eine solche Möglichkeit erhalten – allerdings an anderer Stelle. Im Rahmen der Erstellung seines Radwegekonzeptes hat der Landkreis auf seiner Website einen „Mängelmelder Radwegenetz“ eingerichtet, der ebenfalls auf RADar! beruht. Die dort eingegebenen Vorschläge und Kommentare werden zur Bearbeitung an die jeweils betroffene Kommune weitergeleitet. Der Mängelmelder ist unter https://www.vianovis.net/lkr-fuerstenfeldbruck/?radar=1 (alternativ unter www.lra-ffb.de, Suche nach „Mängelmelder“) zu finden.

ADFC-Fahrradklimatest

Noch bis zum 30.November läuft unter https://fahrradklima-test.adfc.de/ die große Online-Umfrage zum ADFC-Fahrradklima-Test 2020. Die Stadtverwaltung Puchheim freut sich, wenn möglichst viele Puchheimer*innen an der Umfrage teilnehmen.

Reinhold Koch

Vom Gröbenbach zur Altmühl

Heiß, staubig, schön – eine Radtour vom 14. Bis 16. September 2020

1. Von Gröbenzell nach Mainburg

Wer hat schon das Glück, von einem kompetenten Landtagsabgeordneten in Sachen Fahrrad auf Radtour geschickt zu werden. Wir schon! An unserem Treffpunkt am Bahnhof Gröbenzell verabschiedete uns Martin Runge zum Radeln und sich mit der S-Bahn in den Landtag. Zwei Sportfreundinnen und fünf Sportfreunde hatten an diesem schönen Montag noch 86 Kilometer vor sich.

Gut gelaunt verließen wir Gröbenzell in Richtung Haderecker, durchquerten den Golfplatz und erreichten bei der „Alten Liebe“ die Amper. Danach mühten wir uns durch Dachau – Umleitungen erschwerten uns die Fahrt. Die Bäckerei in Ampermoching – fürs zweite Frühstück vorgesehen – war auf die Schnelle nicht zu finden. Und so gab’s die erste längere Pause an einem Kürbisfeld bei Haimhausen.

In Fahrenzhausen wurden wir mit der nächsten Umleitung konfrontiert. Hinter Appercha folgten wir ein Stück dem Amperkanal. Auf dem landschaftlich reizvollen Stück war dann schon bald der Lärm der A9 zu hören.

Diese überquerten wir hin zum Kranzberger Weiher, unserem Mittagsziel, das wir schon 11:20 Uhr nach 42 Kilometern erreichten. Das Restaurant hatte Ruhetag. Der Biergarten hatte coronabedingt geschlossen, aber ab 11:30 Uhr war es möglich Wiener Würstl to go zu erwerben. Wir verzehrten sie am Spielplatz daneben. Nur Fritz stürzte sich in die Fluten des Weihers und durchquerte ihn schwimmend.

So erfrischt und gestärkt gingen wir die zweite Hälfte der Tagesetappe an. Allershausen, Tünzhausen, Schotting und Burghausen hießen die nächsten Orte an der ruhigen Strecke. Von Burghausen aus konnten wir einen Blick auf den „Wellenradweg“ nach Kirchdorf werfen. Vor Palzing hieß es dann Abschied nehmen von der Amper. Auf dem ersten Anstieg hinauf zu den Hügeln der Hallertau waren die E-Biker eindeutig im Vorteil. O ben angekommen genossen wir noch einmal die Aussicht aufs Ampertal. Der weitere Anstieg über Jägersdorf und Heigenhausen – dort gab es die ersten in Ernte befindlichen Hopfenfelder – war von allen gut zu bewältigen.

Hinter der Kreuzung mit der FS 16 begann die Abfahrt ins Tal der Abens. In Hemhausen durften wir den Abzweig nach Osten nicht verpassen. Steinig und staubig ging es auf Feldwegen abwärts nach Sillertshausen. Auf dem Radweg entland der St 2045 erreichten wir schließlich den Markt Au in der Hallertau, ein Zentrum des Hopfenumschlages. Doch oh Schreck, auch die hochgelobte Konditorei „My Sweet Dream“ hatte Ruhetag. So mussten wir mit dem Backwarenverkauf beim Edeka-Supermarkt Vorlieb nehmen – immerhin klimatisiert.

Ü ber ein ganz schmales Wegerl fanden wir aus dem Gewerbegebiet zurück auf einen schönen Radweg, der ab jetzt auf der Trasse der Hallertauer Bockerlbahn verlief. Ohne große Anstrengung rollten die Räder bis nach Mainburg. Dort passierten wir bereits um 15:35 die Hofeinfahrt vom Seidlbräu. Da blieb noch viel Zeit zur Stadterkundung und zum Abendessen im Biergarten.

2. Von Mainburg nach Dietfurt an der Altmühl

Um 9 Uhr Start in einen wundervollen neuen Tag. Wir folgten dem Lauf der Abens aus Mainburg heraus, aber nur kurzzeitig im Tal. Der Radweg brachte uns auch auf die Höhen der buckligen Hallertau. Bei Siegenburg wird das Tal breiter und wir durchquerten das lange Straßendorf Train. In Biburg besichtigten wir die schöne romanische Kirche. Weiter ging’s nach Abensberg, wo bei der Weißbierbrauerei der Hundertwasser-Turm auf uns wartete, nicht aber der Biergarten – zu früh. Das einzige Café am Platze hatte Ruhetag.

Hinter Abensberg erwartete uns ein Anstieg nach Oberteuerting hinauf. Aber die Abfahrt ins Donautal hinunter nach Saal entschädigte für die Mühen. Ein kurzer Halt auf der Donaubrücke erleichterte die Orientierung: Befreiungshalle und Weltenburger Enge im Westen und das Donautal in Richtung Bad Abbach im Osten.

A uf dem Uferweg fuhren wir mit zahlreichen anderen Radlern donauaufwärts, erreichten die Mündung des Altmühlkanals in die Donau. Wir überquerten den Altmühlkanal auf einer eleganten Fahrradbrücke und standen Punkt 12 Uhr vorm Weißbräu im Zentrum Kelheims. Mittagessen im schönen, schattigen Biergarten und weiter geht’s immer an der Altmühl – als Kanal ausgebildet – entlang. Die Orte Essing und Prunn sind hinter Hecke und Straße kaum zu erkennen. Es bleibt die Aussicht auf die Altmühl mit insgesamt zwei Frachtschiffen.

Bald ist Riedenburg erreicht. Super! Alle Kaffeehäuser haben offen, aber sind gut besetzt. Der Eiskaffee wird von einer freundlichen Bedienung serviert und die Radler gönnen den besonders beanspruchten Körperteilen eine Ruhepause! Noch sind knapp 20 Kilometer bis zum Etappenziel zu fahren.

A uch diese werden größtenteils auf staubigen Uferwegen bewältigt. Vor Dietfurt bremste ein Ausläufer des Wolfsbergs die Fahrt. Dafür durften wir dann auch nach Dietfurt hinunterfahren. Dort hat uns dann der Bräu-Toni erwartet. Ankunft um 16:00 nach 82 Kilometern. Dietfurt hat sich in den letzten Jahren zu einem Schmuckstück des Altmühltals herausgeputzt. Die Fahrradtouristen danken es mit steigenden Übernachtungszahlen.

3. Dietfurt an der Altmühl nach Puchheim

L eichte Wolken- und Nebelreste erwarten uns am nächsten Morgen bei der Fahrt durchs naturbelassene Altmühltal. Erster Höhepunkt ist die Wehrkirche St.Vitus in Kottingwörth mit ihren berühmten Fresken. Weiter ging’s nach Beilngries, einer ehemaligen Kreisstadt im Dreiländereck Oberbayern, Oberpfalz und Mittelfranken. Hier statteten wir noch einmal dem Kanal einen Besuch ab. Wir entschieden uns, aber schließlich doch für die Altmühl. Nach einem kurzen Halt am Kratzmühlsee kamen wir nach Kinding. Dort hatte endlich einmal ein avisiertes Café offen und es gab zum zweiten Frühstück Zwetschgendatschi. Danach überquerten wir Autobahn und ICE-Strecke und radelten in unserem gewohnten Tempo am nördlichen Talrand entlang nach Kipfenberg. Der geographische Mittelpunkt Bayerns blieb wieder einmal unbesucht, da auf der anderen Talseite bergwärts gelegen. Erst nach 25 Kilometer mit starker Sonneneinstrahlung und Staubentwicklung bei Pfünz wechselten wir die Talseite und fuhren auf einem schattigen Radweg – ehemalige Bahntrasse – gen Eichstätt.

Das zunehmende Hungergefühl ließ gerade noch einen Blick in den Garten der fürstbischöflichen Sommerresidenz (jetzt Universität) zu, dann kamen wir auch schon beim Braugasthof Trompete an. Dort wurden wir aber wegen einer Trauerfeier nicht in den Biergarten eingelassen. Schon fast wieder draußen aus Eichstätt fanden wir im Café am Herzogsteg um 13:15 Uhr doch noch etwas zum Essen.

D ie verbleibenden, überwiegend staubigen 16 Kilometer bis Dollnstein wurden schnell bewältigt. Bei einem Zwischenstopp am Burgsteinfelsen wurde der Aufstieg aus Zeitgründen gestrichen. Und so kamen wir eine halbe Stunde vor Zugabfahrt am Dollnsteiner Bahnhof an. Das war gut so. Denn der Bahnsteig in Richtung München war – so schien es anfangs – nur durch eine mit steilen Treppen bestückte Unterführung zu erreichen. Bei Normalrädern ließen wir die Muskelkraft spielen, bei den schweren E-Bikes überlegten wir. Ein modernisierter Bahnsteig, ohne behindertengerechten Zugang, kann nicht sein! Da war tatsächlich einer, aber nur erreichbar über einen 800 m langen Umweg durch die nördlich gelegene Straßenunterführung!

Maske auf, Fahrradabteil finden, Räder rein – alles Routine. Und eine angenehm ruhige Fahrt bis Dachau. In Dachau war dann Berufsverkehr. Dennoch radelten wir ohne Schnörkel über Eschenried und Gröbenzell nach Puchheim. Drei schöne Tage gingen zu Ende!

Reinhold Koch, Fotos: Norbert Winberger & Reinhold Koch

Samstagsradeln in Corona-Zeiten

Holprig, flexibel, schön

1. Zwischen Ammersee und Lech

Am Samstag, den 25. April 2020 sollte laut Programm das erste Samstagsradeln zwischen Ammersee und Lechstattfinden. Aber das war noch in der Corona-Kernzeit. Erst am 27. April traten erste Lockerungen in Kraft und ab 11. Mai war Radfahren zu fünft erlaubt. Wir nutzten am 16. Mai die Chance für eine erste Radtour.

Wir nutzten das Kontingent voll aus und starteten zu einer ausgesprochen „christlichen Zeit“ um 9:42 Uhr mit der S-Bahn nach Geltendorf. Das Wetter war gut; über den Voralpen zeigten sich einige Haufenwolken. Wir durchquerten das Kloster St. Ottilien und waren im Nu in Windach. Dort allerdings traf ein ziemlich steiler Anstieg auf die im Aufbau begriffene Kondition der RadlerIn. Über einen schotterigen Waldweg gelangten wir auf eine Anhöhe über Finning und hatten einen prächtigen Blick auf Alpen.

Auf dem Staudamm des Windachspeichers war dann die erste Pause angesagt. Coronabedingt wurde im Breitformat fotografiert. Ein Panoramaweg führte uns nach Hofstetten. Dort hatte freundlicherweise eine Bäckerei offen – Biergärten und Gaststätten durften noch nicht öffnen. Leider waren aber Leberkäs-Semmeln und andere Brotzeiten schon aus. Immerhin konnten wir unsern Kaffee draußen aus Pappbecher zwischen aufgestapelten Stühlen trinken.

In Thaining ging’s am noch nicht gefüllten Schwimmbad vorbei und weiter über Stadl zum Lech hinunter. Hinter Pitzling war er dann erreicht, leider aber auch eine Absperrung, die auf eine Baustelle in Landsberg mit zugehöriger Umleitung hinwies. Zurück wieder auf die Lechhöhe hinauf? Niemals! Ein brauchbarer Trampelpfad umging die Absperrung und wir kamen zügig bis Landsberg voran. Aber dort war die Welt zwischen Steilhang und Fluss mit Baugittern versperrt. Mit Rad war kein Durchkommen. Nach mehreren vergeblichen Versuchen gaben wir klein bei und schoben 1.000 m (80 Höhenmeter) den Berg hinauf.

Das Schlimmste aber war: Für den Besuch der Eisdiele am Lech, die schon in Blickweite war, hätten wir wieder hinunterfahren müssen bzw. anschließend wieder hinauf. Der Besuch in der Eisdiele wurde gestrichen! So umrundeten wir planmäßig den aufgelassenen Flugplatz Penzing und fuhren auf einem schönen, aber hügeligen Radweg über Ramsach nach Eresing. Von dort waren es nur mehr zwei Kilometer zum Bahnhof Geltendorf. Insgesamt hatten wir 62 Kilometer und 472 Höhenmeter bewältigt.

2. Zwischen Paar und Lech

Für den 30. Mai war eine Radtour durch das Gleißental im Südosten von München geplant. Nicht Corona, sondern die S-Bahn München machte uns hier einen Strich durch die Planung: Stammstreckensperrung! Also Umplanen in Richtung Westen. Wieder brachte uns die S4 nach Geltendorf. Mit dem Rad fuhren wir hinunter in die Gemeinde Kaltenberg und dann hinauf zum Schloss Kaltenberg, das sich noch im Dornröschenschlaf befand. Weiter ging’s westwärts. Petzenhausen, Geretshausen und Weil lagen Weg zum Lech, den wir oberhalb der Staustufe 19 erreichten.

B ei Staustufe 20 führt der Radweg dann auch schon wieder weg vom Lech, hinauf nach Scheuring und weiter zwischen Wiesen und Feldern nach Pittriching. Nach etwa 10 km querten wir bei Staustufe 22 wieder auf das Westufer. Dort gibt es einen sehr schönen Weg entlang am schnell fließenden Lochbach. Diesem folgten wir bis zum Ende des Mandichostausees. Ein kurzer Blick von der Staumauer und dann waren die 2 km bis zum Mittagessen in der Waldgaststätte Friedenau schnell geschafft. Das Essen wurde coronagerecht auf der Terrasse serviert.

Gut gestärkt fuhren wir sodann auf schottrigen Feldwegen wieder Richtung Süden. Vor Merching bewältigten wir die Querung vom Lech- ins Paartal. Über Steindorf gelangten wir nach Egling a.d. Paar. Danach kam noch Walleshausen und der Anstieg nach Geltendorf – leider war auch noch ein Gegenwind dabei -und die kurze Abfahrt zum Bahnhof. 68 km und 350 Höhenmeter waren bewältigt.

3. Ins Gleißental

Am 20.Juni wagten wir uns auf den Weg ins Gleißental, einem Trockental zwischen Deining und Deisenhofen. Für den Nachmittag waren Gewitter im Osten von München angesagt. Ohne Schwierigkeiten brachte uns die S3 von Gröbenzell direkt nach Otterfing. Ein schöner weißblauer Himmel empfing uns im Oberland. Kaum merklich stieg die Strecke nach Palnkam an. Im Wald vor Talham wurde es etwas steiler und hinter Talham ging es mit Schwung abwärts nach Dietramszell. Dort statteten wir der Klosterkirche einen Besuch ab. Dann wandten wir uns nach Norden, erst den Berg hinauf, an St. Leonhard vorbei nach Föggenbeuern. Bei der Abfahrt nach Oed verfinsterte sich der Himmel und in Harmating kam der erste Schauer. Wir stellten uns unter und verspeisten die von Karin gestifteten Brezn. Beim nachlassendem Regen fuhren wir über Moosham nach Thaining und kamen bei Sonnenschein in Aufhofen beim Jägerwirt an. Ein gutes Mittagessen ließ uns länger verweilen.

A ls wir aufbrachen, schien im Süden die Sonne und im Norden stand eine blauschwarze Wand. Erst fuhren wir noch paar hundert Meter in Richtung Westen, aber dann mussten wir nach Norden ins Gleißental einbiegen. Über einen ganz brauchbaren Waldweg erreichten wir nach den ersten Tropfen das Waldhaus Deininger Weiher, für uns zumindest ein Platz zum Unterstellen. Der Regen aber wollte nicht enden. Eine Radlerin stand erst unter einem Dachvorsprung. Dieser vermeintlich trockene Platz verwandelte sich bei überlaufender Dachrinne schnell in eine Dusche.

Als wir meinten, der Regen hätte nachgelassen, stiegen wir auf die Räder und hinein ging’s ins Gleißental, Abschnitt 2. Der durchnässte und teilweise mit Wurzeln durchzogene Waldweg erforderte volle Konzentration. Anfangs war der Bach, der Abfluss aus dem Deininger Weiher, auch Gleißenweiher genannt, noch neben uns. Irgendwann war er weg, aber von einem Trockental konnte keine Rede sein. Nach acht Kilometern hörte das naturbelassene Gleißental ebenso auf wie der Regen. Wir waren in Oberhaching angekommen.

Das Gleißental haben wir nach einem Umweg über den Bahnhof Deisenhofen wiedergefunden – der Durchlass unter der S3 war gesperrt. Und sieh da, es gab auch wieder einen Bach mit Wasser drin! Er schlängelt sich durch das Hintere und Vordere Gleißental heißt aber fortan Hachinger Bach.

Diesem Bach wollten wir folgen. Es war nicht immer leicht, aber abgesehen von ein paar Durchlässen unter Autobahnen und Schnellstraßen schafften wir es. Die nächsten Orte hießen Potzham, Taufkirchen und Westerham. In Unterhaching erreichten wir den Landschaftspark Hachinger Tal, den ehemaligen Flugplatz Neubiberg. Hier befinden sich Bach und Radweg in einem angenehmen Umfeld, doch gleich daneben auf der Biberger Straße fängt einen die Wirklichkeit des Speckgürtels wieder ein.

Unterbiberg ist dann schon mit der Landeshauptstadt München zusammengewachsen. Einen gewissen Charme hat sich (Alt-) Perlach auch dank des Bachlaufs bewahrt. In den westlichen Rand des Ostparks ist der Hachinger Bach gut einbezogen. Nur an der Heinrich-Wieland-Straße verschwindet er dann und die Radler müssen einen Umweg über den U-Bahnhof Michaelibad fahren. Kurz taucht er wieder auf, um in einem Sickerbecken endgültig zu verschwinden. Ein meist trockenes Kiesgerinne führt noch ein Kiesgerinne bis fast zur Kreillerstraße. Dann war aber Schluss mit der Bachverfolgung und wir stiegen in Berg am Laim in die S4 nach Puchheim.

R. Koch